Lektionstext
Vom Wesen der Börse
Die verschiedenen Marktakteure
Wenn man sich auf der Straße umhört, merkt man schnell das überwiegend die Meinung der geldverbrennenden Börse existiert. Angefacht durch die Finanzkrisen und derer exorbitanten Kursverlust scheint dies auch kein Wunder zu sein. Schnell merkt man jedoch, das meist nur ein Hören-Sagen weiter verbreitet wird und nicht der globale Zusammenhang hinterfragt wird.
Doch das ist der Grund, der die Börse so interessant macht. So gibt es erst einmal die verschiedenen Anleger, ohne die sich an der Börse überhaupt nichts regen würde.
Wir hätten da:
Großinvestoren, welche sich in Firmen einkaufen um ein wenig Mitspracherecht zu haben.
Großinvestoren, welche nur das in der Hoffnung der Gewinnsteigerung der Firma am Markt agieren
Fondsverwalter, welche das Geld von mehreren tausend Kunden in den Markt bringen Banken, welche diversen Finanzprodukte bedienen müssen
Mittlere Spekulanten, welche Tagesschwankungen ausnutzen
Kleinanleger, welche auf Grund diverser Eingebungen ein paar Aktien kaufen
Und schließlich gibt es auch Zocker und Institutionen, welche nur ein paar Minuten in bestimmten Werten investiert sind.
All jene Akteure möchten mit Gewinn vom Handelsparkett gehen und haben ebenso alle ihre eigenen Strategien, wie sie das am besten erreichen. Hier, in der Börsenuni befassen wir uns vor allem mit der technischen Analyse der Finanzmärkte, um erfolgreich handeln zu können. Denn diese hat den Vorteil, das wir auf einen Großteil der psychischen Komponenten im Markt eingehen können.
Siehe dazu Lektion Grundlagen: Wann kauft wer am Markt?
Aber es kann doch nicht nur Gewinner geben, oder?
Dies ist leider nicht mit einfachen Ja oder Nein abgehakt. Auf Grund der bereits erwähnten Strategien der Marktteilnehmer kann es unter Umständen sein, das eine Person, welche am Kurshoch kauft, dennoch bei einige Zeit Gewinn macht, obwohl der aktuelle Kurs gegenüber dem Kaufkurs nur 80% beträgt.
Hierzu eine kleine Skizze:

Hier sehen wir einen fiktiven Kursverlauf einer Aktien über einen unbestimmten Zeitraum.
Sie schwankt zwischen 2 und 17 Preiseinheiten. Relevante Zeitpunkte sind in der Skizze (Chartverlauf) mit roten Großbuchstaben gekennzeichnet. Widmen wir uns zuerst dem einfachsten Szenario. Jemand kauft im Punkt A und verkauft in Punkt B. Es versteht sich von selbst, dass er ein Gewinngeschäft abgeschlossen hat. An diesem Kursgewinn hätte er per Aktie, Optionsschein (Call), Zertifikaten (Bull) oder andern Hebelprodukten (Long), beispielsweise über CFD's partizipieren können.
Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass das Risiko mit der Aufzählungsreihenfolge stark ansteigt. So sollten nur erfahrene Anleger einen Blick auf vor allem Zertifikate und erwähnte CFD's riskieren.
Auch ein Marktteilnehmer, der in Punkt B Aktien verkauft, und bei Punkt C wieder kauft, macht ein Gewinngeschäft. Aber Moment, dies bezieht sich nicht darauf, dass der auf Grund dem Verkauf SEINER Aktien den Kursverlust aussparte, sondern hier liegen andere Denkweisen zu Grunde. Es gibt nämlich die Möglichkeit, an Kursverlusten einen Gewinn zu erwirtschaften. Dies geschieht über Finanzprodukte wie Optionsscheine (Put), Hebelzertifikate (Bear) oder andere Arten (Short). Dabei hat man entweder eine Garantie, dass man zu einem bestimmten Kurs eine Aktie handeln kann oder aber, vereinfacht gesagt, leiht sich Aktien zu einem festen Preis, verkauft diese sofort und kauft sie später günstiger zurück. Hier liegt der Gewinn in der Kursdifferenz. Näheres unter CFD's.
Aber auch ein Teilnehmer, welcher nur Aktien handelt kann zumindest teilweise von Kursverlusten profitieren. Dabei ist das Zauberwort Cost-Average. Dies bedeutet, man kauft Aktien, wenn sie im Wert fallen (Zum Beispiel aller 10% Wertverlust) nach. Dies würde einem Marktteilnehmer, welcher im Punkt D einsteigt einen Gewinn ermöglichen, obwohl der Preis nie wieder das Einkaufsniveau erreicht.
Dazu eine kleine Rechnung.
Er kauft 10 Stück bei 17 €. Somit hat er zu diesem Zeitpunkt einen Depotwert von 170 € und 10 Stück im Depot.
Er veranschlagt Nachkäufe bei 10% Verlust in Höhe von 170 €. Somit kauft er bei 15.30 € 11 Stück. Das Depot enthält nun 21 Aktien und ist 321.30 € wert.
Das selbe noch einmal nach 10% bei 13,77 € á 13 Stück.
Und bei 12,39 € á 14 Stück. Sein Depot umfasst nun 48 Stück und hat einen Wert von 594,72 €.
Er hat bisher 690,77 € investiert. Nun kommt es wieder zu einem Anstieg auf Punkt F mit 14,50 €. Sein Depot ist zu diesem Zeitpunkt 696 € Wert.
Somit hat er 6 € Gewinn, obwohl der Kurs 15% unter dem Anfangskurs D notiert.
Dieses Prinzip wird beispielsweise bei Fonds-Sparen genutzt.
Weitere Informationen diesbezüglich unter Sonderformen. Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten, ein Gewinngeschäft abzuschließen. So gibt ein Finanzprodukte, welche darauf ausgelegt sind, dass ein Kurs seitwärts tendiert, wie ab Punkt G. Diese, meist Zertifikate, ermöglichen auch bei diesem Kursumfeld Gewinne.
Es wird jedoch noch einmal darauf hingewiesen, das solche Produkte falsch angewendet äußerst Risikoreich sind und sie sich bei einem Vermögensberater informieren sollten.
(Xx)
Alle Beiträge und Lektionen der Boersenuni geben ausschließlich die Meinung der Verfasser der Texte wider und ersetzen keine individuelle Anlageberatung.