Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen

Lektionstext

Die Trendlinien - Folgen Sie dem Trend!

Was sind Trendlinien?

Es wird eine Linie von dem tiefsten Punkt, der in einem bestimmten Zeitintervall von Börsenkursen erreicht wurde zu einem höheren oder tieferen Punkt gezogen. Dabei ist darauf zu achten, das man den Kursverlauf zwischen den beiden Punkten nicht signifikant schneidet. Ein Beispiel:

Trendlinie

Wie werden Trendlinien interpretiert?

Auf Grund dessen, das wir nun eine Linie in unserem Linienchart haben, sehen wir nun neben unserem Kurstrend auch einen Linientrend und haben somit die Richtung des Marktes besser visualisiert. Sicherlich fragen Sie sich nun, warum man das machen sollte, schließlich erkennt man aus einem Linienchart ebenso die Trendrichtung. Aber man erkennt ohne Trendlinie nicht, wann der Trend zu einem Ende kommt. Diese "weiße Vorhersehung" erfolgt über das bereits erwähnte Einzeichnen einer Trendlinie. In dem unteren Beispiel sehen wir einen Linienchart mit nach oben gerichteter Tendenz und einer unteren Trendlinie.

Trendlinie

Der Kursverlauf klammert sich regelrecht an der der Trendlinie fest und wandert Richtung Norden. Nun ergeben sich für die einzelnen Marktteilnehmer verschiedene Strategien zum handeln. Wir erinnern uns, das man auf steigende oder fallende Kurse setzen kann (Seitwärts ausgerichtete Finanzprodukte lassen wir einmal außen vor). Nun analysieren wir, was wir am Beispiel unseres obigen Kurses aussagen können. Es gibt einen Trendbruch der Kurslinie. Jedoch liegt noch kein Trendbruch auf Kurs-Ebene vor, da das mit A gekennzeichnete Tief noch nicht unterschritten wurde. Viele Marktteilnehmer sehen jedoch in der Trendlinie eine gute Möglichkeit, ihre Stopps relativ nah am aktuellen Kurs zu setzen. So haben wir im obigen Beispiel einen Trendbruch bei 17 €, einen Trendlinienbruch jedoch schon bei 19 €. Dies ist ein Vorteil von 2 €. Ausgehend vom letzten Höchstkurs liegt mit 17€ ein 9,5 %er Stoppkurs vor. Die 17€ - Marke schlägt bereits mit 20% zu Buche. Somit nutzen viele Marktteilnehmer die Möglichkeit der Stoppplatzierung an Trendlinienbrüchen und es kommt meist zu einem dynamischen Ausbruch nach unten.
Eine zweite Möglichkeit zu handeln wäre ein risikoreiches Verfahren. Dabei wird angenommen, es kommt zu einer Fortsetzung des Trends auf Trendlinienbasis. Man setzt dabei in unserem Beispiel eine Limit-Buy-Order und spekuliert, das um die 17 € ein Kauf von Positionen einsetzt somit ein erneuter Kursanstieg stattfindet.
Dabei kann der Stopp bei 16 € festgesetzt werden. Der Vorteil ist klar ersichtlich. Wir müssten uns auf Trendbasis bei 12€ absichern. Dies hätte, sollte der Trade nach hinten losgehen, einen Verlust von 5€/Aktie zur Folge. Der Trendlinienbruch nur 1€ / Aktie.
Die dritte Möglichkeit liegt nun im Leerverkauf begründet. Ebenso wie wir Trendlinien als Absicherung nehmen können, dienen Sie auch als Einstiegspunkt. Unter 16€ könnte man auf fallende Kurse setzen und mit einem Stopp von 18€ arbeiten. Da wir bereits wissen, wie die Kurse entstehen und wann wer kauft, sehen wir, das der nächste Kauf / Absicherungspunkt bei 12 € auf Trendbasis liegt. Dieses Verhältnis, als CRV bekannt, drückt vor allem im hochspekulativen Geschäft, zu denen Leerverkäufe zählen, die Güteklasse eines Trades aus. Ein hier vorliegendes 1:2 zählt schon zu handelbaren Orders. Alles unter 1:1 ist zu gefährlich. Aber dazu mehr im Glossar.

- Trendlinien dienen als Stopploss-Basis.
- Trendlinien dienen als Kaufbasis
- Trendlinien dienen als Leerverkaufsbasis


Probleme mit Trendlinien Wie schön ist alle Theorie. Leider funktioniert der Handel auf Trendlinienbasis nicht so schön, wie auf dem Papier geschrieben steht. Es muss daher bei jedem Trendinienbruch auch nach nahen Trendunterstützungen Ausschau gehalten werden. Dazu nachfolgend eine kleine Skizze:

Trendlinie

In dieser sehen wir, dass eine markante Trendlinie bei 18 € vorliegt. Dieser wurde bereits durch 5-fachen Kontakt eine große Rolle verliehen und dient damit als starke Unterstützung. Zudem befindet sich ein Trendhoch auf diesem Kursniveau und dient ebenfalls als starke Unterstützung. Somit haben wir als einzelner Marktteilnehmer ein Problem, die folgende Kursrichtung zu erahnen. Dem Markt ist es egal. Er dreht in die Richtung, in welche die meisten Order platziert werden. Sollten Sie das Verhalten des Marktes auffrischen wollen schauen Sie hier .
Somit ergibt sich für uns nur die Möglichkeit, einen etwas weiteren Stopp zu zu setzen, da an solchen Punkten ein "überschwingen" des Kurses nicht unwahrscheinlich ist.
In dieser Skizze wurden die 3 Richtungen, welche der Markt einschlagen kann, eingezeichnet. Die Variante 1 würde ein fortsetzen der Aufwärtsrichtung auf Trend und Trendlinienbasis bedeuten. Hier ergeben sich noch keine Probleme. Schwieriger wird es schon die 2. Variante zu handeln. Da bei taucht der Kurs unter die Trendlinie ab und fängt sich am Doppeltop (durch die grüne Linie angezeigt). Dies ist das bereits erwähnte überschwingen. Dies ist darauf begründet, das es zu wenige Marktteilnehmer gibt (das Volumen lässt nach), welche den Kurs um die Trendlinie stabilisieren können und es werden eine Reihe von Stopps ausgelöst. Diese drücken wiederum den Kurs auf ein Niveau, bei dem sich mehr Käufer finden. (Vgl. dazu WkW?). Für uns ergibt sich aus der 2. Variante ebenfalls das Problem der Stoppsetzung. Denn nehmen wir an, wir wollen Variante 1 handeln. Setzen unseren Stopp somit unter die Trendlinie bei 18 € und lassen uns auf Kauf per Limit mit 18,50 € in den Markt werfen. Soweit, so gut. Bei V1 klappt alles, der Kurs wird steigen. Bei Variante 2 steigt der Kurs ebenfalls kurz später an, jedoch sind wir zu diesem Zeitpunkt schon ausgestoppt. Dies ist besonders ärgerlich, da wir die richtige Richtung erahnten, aber nicht partizipieren konnten. Abhilfe schafft da das dynamische Stopp-Kurs-Setzen.


Der dynamische Stoppkurs

In unserem vorherigen Beispiel hatten wir folgenden Kursverlauf.

Trendlinie

Wir setzen auf steigende Kurse mit Limit-Buy bei 18,50 €. Nun überlegen wir, wo der Stopp platziert werden müsste. Dabei müssen wir uns gegen überschwingen absichern. Je nach Zeitfenster ergeben sich dafür unterschiedliche Prozentwerte. Bei Tagesschlusskursbasis sollten es etwa ~ 3%, bei Wochenkursbasis ~ 5 % überschwingen eingeplant werden, welche in die Berechnung einfließen müssen. Es muss daher immer auf ein Moneymanagment geachtet werden! Denn Kapitalerhalt ist das A und O!
In unserem Beispiel ergibt sich nun ein Stoppkurs (direkt) von 18 € und dynamisch von 17,46 € (0,97 * 18 €). Das Doppeltop liegt bei 17,60 €. Somit haben wir dieses abgedeckt. Sollte eine markante Unterstützung nun etwas unter den 3 % liegen, sollten wir diese natürlich mit einplanen, da die %-Werte natürlich nur eine grobe Orientierung sind. Anders sieht es bei weit entfernten Unterstützungen aus, dazu muss mich sich anderer Helfer bedienen. (siehe hier) oder bei Unterstützungen, welche doppelt vorliegen. In jenem Falle nimmt man nur die erste als Stopp-Geber.
Ein kurzes Rechenbeispiel zu unseren 3 Varianten.
Variante 1: nichts passiert, wir sind im Plus, Stopp bei 18 € / 17,46 € Variante 2: Mit 18 € Stopp werden wir aus gebremst. Da wir Moneymanagment betreiben, verlieren wir unsere vorher eingeplanten 500 € (1% bei 50.000 € Depot) mit 1000 Aktien im Depot und 18.500 € bewegten Kapital. Bei 17,46 € Stopp behalten wir unsere 480 Stück Aktien (500 € max. Verlust / 1,04 € Stoppunterschied zum Kaufkurs) und bewegen am Markt ein Kapital von 8880 €. Variante 3: Beide Positionen sind mit 500 € im Verlust.
Es sieht nun so aus, das wir mit Variante 2 einen schlechten Kompromiss eingehen würde. Dem ist aber nicht so! Im Gegenteil. Es ist nicht von der Hand zu weisen, das wir weniger Rendite erwarten werden, als bei Variante 1, sollte der Kurs sofort anziehen. Ebenso ist das Argument verständlich, das ja so oder so bei Variante 3 ein Verlust von 500 € zu Buche schlagen wird. Dem kann man nur entgegnen, das man mit Variante 2 immerhin 2 von 3 Varianten mit einem Gewinntrade beenden wird.
Das bedeutet, bei 12 solchen Mustern, kommen wir mit den dynamischen Stopps auf 8 Gewinntrades. Ein beachtliches Ergebnis.

Wie kann man dem gegensteuern? Wie vermeide ich Nachlässigkeit?

Erstellen Sie sich eine Übersicht über alle Trades, die sie Tätigen werden. Führen Sie darin folgende Dinge auf:

Bei welchem Wert wollen Sie einsteigen.
Bei welchem Wert liegt ihr anfänglicher Stopp-Loss.
Wie hoch ist die anfängliche Minimalgewinnerwartung?
Eine Abbildung ihrer Analyse zum Startzeitpunkt.

Benutzen Sie dafür am besten elektronische Tabellenkalkulationsprogramme wie Excel oder Onlinedienste, um die nötigen Daten zu erfassen. Es emfiehlt sich auch immer die aktuellen Kurse daneben abzubilden, denn dann sehen Sie sofort, ob sich die aktuelle Position noch lohnt. Und stellen Sie sich immer die eine Frage. Würde ich den vergangenen Trade auch jetzt noch eingehen? Sollte Ihre Antwort nein sein, empfiehlt sich vor dem Aus-Stoppen eine Positionsüberprüfung.