Lektionstext
Wer kauft Wann? Und Was ist ein Trend?
Wer kauft Wann...
Wir wissen bereits, wie ein Preis ermittelt wird und was ein Linienchart ist. Aber dies nützt nur etwas, wenn auch die Frage geklärt ist, was wir aus diesen Information herleiten können. Dazu werfen wir einen Blick auf die verschiedenen Hintergründe, warum gerade dann von jemanden gekauft wird.
Dazu rufen wir uns ins Gedächtnis, wie ein Aktienpreis ermittelt wird. Falls Sie Ihre Erinnerungen auffrischen wollen, finden Sie hier die dazugehörige Lektion. Zuerst idealisieren wir den Aktienmarkt auf jeweils wenige Marktteilnehmer, welche jedoch alle unterschiedliche Ziele verfolgen. Als Akteure treten auf:
Der Fondsverwalter welcher nach Cost-Average-Effekt handelt. (20% Verlust entspricht Nachkauf - Hohes Volumen)
Der Kleinanleger welcher auf die Zeitung hört. (steigt sehr spät in den Markt ein, als auch aus)
Der Anleger, der nach technischer Analyse handelt. (Er sieht das Kursbild emotionslos)
Ein reicher Anleger, welcher nach Fundamentaldaten handelt (Hohes Volumen, da viele Kleinanleger mitziehen)
Zudem rufen wir uns in das Gedächtnis, dass man sowohl auf steigende, als auch auf fallende Kurse setzen kann.
Werfen wir nun einen Blick auf einen Kursverlauf. Dieser startet bei ~ 24€ Richtung Süden und Entwickelt eine sehr hohe Eigendynamik. Nehmen wir als Zeitfenster mehrere Monate an.
Wir sehen dort mit schwarzer Farbe unter 1 einen sehr weitläufigen Stopp auf eine Position, welche auf einen steigenden Markt gesetzt wurde. Unter 2 sieht man einen engen Stopp, bei dem ein fallender Markt in den Blick gefasst wurde. Unter 3 wieder ein Stopp einer Position für steigende Märkte.
Aber WIESO ? gerade an diesen Stellen? Dazu muss man wissen, was ein Trend ist.
Der Trend
Einfach gesagt, versteht man unter einem Trend, eine Kursentwicklung in eine bestimmte Richtung, ohne signifikanter Richtungsänderung, bei denen kleinere Korrekturen auftreten können.
Dies mit einigen Grafik unterlegt:
Hier sehen wir sowohl links als auch rechts einen intakten Trend. Es gibt höhere Hochs und ebenso höher gelegene Tiefs, als zuvor. Die neuen Tiefs werden durch die bereits erwähnten Korrekturen geschaffen, welche maximal bis zum letzten Tief reichen dürfen. Alles andere wäre ein Trendbruch. Dazu betrachten wir uns die nächste Grafik näher.
Hier sehen wir beide male keinen Trend. Die linke Zeichnung zeigt einen Trendbruch, da das 2. Tief unter dem ersten liegt und das 3. Hoch unter dem zweiten. Dies nennt man im übrigen eine sich entwickelnde Schulter-Kopf-Schulter-Formation (SKS). Näheres kann man unter Lektion Linienchartformationen nachlesen.
Auch die rechte Grafik ist kein Trend, da keine neuen Tiefs erreicht werden, sondern dies bezeichnet nur einen Anstieg. Es kann sowohl eine Korrektur nach oben sein (in einem Abwärtstrend) oder ein langer Aufwärtstrend. Es ist jedoch bei einem solchen Kursverlauf sehr schwer ein Einstiegspunkt zu finden. Abhilfe gibt da der Candlestick-Chart. Doch dies ist eine andere Lektion.
Nun ist auch klar, warum die schwarzen 1,2,3 der Trendanalysten an dieser Stelle eingezeichnet worden. Der Stopp 1 ist gleichzeitig ein neues Tief unter dem vorherigen Tief und der Aufwärtstrend ist somit beendet. Gleichzeitig kommen nun Personen, welchen den neuen Abwärtstrend handeln wollen, auf den Markt. Dies hat diese Kursdynamisierung nach unten zur Folge. Warum dass?
Nun, der Händler mit dem Stopp bei 1 verkauft seine Aktien. Gleichzeitig wollen Leute ihre geliehenen Aktien verkaufen, um auf fallende Kurse zu setzen. Somit kommt doppelter Verkaufsdruck auf. Der zweite Stopp ist von einem Händler, welche auf sinkende Kurse gesetzt hat. Er sah das vorherige Hoch bei etwa 13€ und sagt sich: "Der Abwärtstrend ist bei überschreiten des Kurses 13€ gebrochen, daher setze ich dort meinen Sicherheitsstopp, da ich strikt Moneymanagment betreibe!"
Zudem kommen nun wieder Marktteilnehmer auf den Plan, die den von dort anfangenden Aufwärtstrend handeln wollen. Eine Dynamisierung nach oben folgt. Ebenso bei Stopp Nummer 3.
Es folgt wieder ein Abverkauf, da ein Trendbruch vorhanden. (Diese Szenarien sind idealisiert dargestellt) Als Beispiel hier ein etwas abwechslungsreicherer Kursverlauf:
Mit der Farbe Lila Sind alle Trendbrüche gekennzeichnet.
Zudem sieht man bei Trendbruch Nummer 1 eine sehr dynamische Kurssteigerung, da viele bei vorher erfolgten Abwärtstrendbruch Short im Markt waren, uns sukzessive ausgestoppt wurden. Bei Nummero 2 sehen wir eine sehr schöne Schulter-Kopf-Schulter-Formation (näheres hier).
Der letzte Trend ist zudem sehr schön ausgeprägt und zeigt deutlich die höheren Hochs (blau) und höheren Tiefs (grün).
(DFG)