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Lektionstext

Die Kerzencharts - Candlesticks

Candlesticks - Wie liest man sie? Der Candlestickchart ist eine sehr detaillierte Abbildung des Kursgeschehens über einen bestimmten Zeitraum. Dabei wird der neben dem Schlusskurs, wie es beim Linienchart üblich ist, auch der Eröffnungskurs, sowie Hoch und Tief der betrachteten Zeitspanne abgebildet. Der Kerzenkörper drückt dabei die Preisspanne zwischen Eröffnung und Schluss aus. Eine positive Änderung wird durch helle Farben, meist weiß oder grün, eine negative Preisänderung durch dunklere Farben, wie rot oder schwarz ausgedrückt. Über zwei dünne Linien, den Dochten an Kerzenober und Unterseite wird die Gesamtpreisspanne des Zeitintervalls angegeben. Dabei zeigt der obere Docht das Zeitspannenhoch, der untere Docht das Tief an. Nachfolgend ein paar Kerzen zum besseren Verständnis.

Kerzen

Wir sehen hier 6 verschiedene Kerzen, welche alle als oberen und unteren Dochtpunkt die gleichen Werte besitzen. Das heißt, bei allen Kerzen bewegte sich der Markt im Bereich von 2 bis 10 Einheiten. Die erste Kerze hat dabei als Schlusskurs den Eröffnungskurs. Die Zweite schließt in der Handelsspanne, jedoch im positiven Bereich. Die Dritte schließt mit dem Intervallhoch. Die Vierte eröffnet bei 8 Einheiten und schließt bei 5 Einheiten. Sie ist somit gesunken. Die Letzte ist ebenfalls im negativen Bereich und Schließt am Intervalltief.

Warum sind Kerzencharts besser als Liniencharts?

Diese Frage ist schnell beantwortet, während sie im Linienchart nur das Endergebnis einer -Preisverhandlung- sehen, können sie aus den Kerzen auch Informationen über den Preiskampf am Markt erhalten. So gibt es verschiedenste Kerzenmuster [bald wird eine Übersicht verfügbar sein], welche bereits sehr zeitnah Trendwenden und Marktrichtungen erahnen lassen. Als Beispiel sehen wir eine Gegenüberstellung von Kerzenchart und Linienchart eines Kurses.

Das Problem

Deutlich zu sehen ist die zunehmende Schwankungsbreite im gekennzeichnetem Areal (schwarze Pfeile). Was sagen Kerzencharts über die Marktlage aus? Dazu erinnern wir uns an das Kapitel des Trends (siehe Aktientrends). Wir wissen, das eine Trendumkehr durch Tief- und Hochverlagerung zustande kommt. Im Linienchart sehen wir nur einen Preispunkt am Ende eines Tages. Im Kerzenchart könnten wir jedoch folgende Kerze sehen.

Interpretation

Diese bildet einen weißen und einen schwarzen Kerzenkörper aus. Dies bedeutet, sie schließt den Tag mit positiver Veränderung. Zweite ist jedoch interessanter. Wir sehen einen langen Docht nach unten und einen kleinen Docht nach oben. Letzteres bedeutet, es gab nur ein Tageshoch nahe dem Eröffnungskurs. Interessant wird jedoch die Darstellung der möglichen Kursschwankungen innerhalb der schwarzen Kerze als Linienchart. Nachfolgend sehen sie alle Varianten, die Möglich sind.

1. Der Kurs sinkt zu Beginn des Handels nach dem Tageshochsofort auf das Tagestief und erholt sich danach schlagartig. Hier fällt es schwer, von einer Trendwende zu sprechen, da keine Trendberge vorliegen. Ein Kursverfall zu Beginn des nächsten Handelstages ist auf Grund des steilen Anstiegs sehr wahrscheinlich.

2. Es erfolgt der direkte Abverkauf auf das Kerzentief und es erfolgt dann der Kusanstieg. Diese Art der Chartentwicklung in der Kerze spricht schon eher für eine Trendumkehr. Sie sehen also, dass man mit nur einem Blick ganze Zeitfenster analysieren kann, ohne großen Zeitverlust in Kauf nehmen zu müssen. Es ist jedoch auch bei Kerzencharts unumgänglich, in die tieferen Zeitebenen zu schauen. Denn je nachdem, wie die Kerze entstanden ist, ist sie auch zu deuten. Im übrigen nennt man eine solche Kerze Hammer.

Die Kurse in den beiden obigen Beispielen können natürlich auch an eine Trendbewegung durchmachen, bevor sie das Tief, beziehungsweise Hoch erreichen. Dies wäre jedoch ein noch signifikanteres Umkehrsignal, da die Trendbewegung noch eindeutiger wäre. Vertiefen wir das Beispiel ein wenig weiter. Nachfolgend sehen Sie eine weitere Kerze. Dabei haben wir keinen Kerzenkörper, das bedeutet, der Schlusskurs ist gleich dem Eröffnungskurse, und haben oben und unten einen gewissen Docht.

Vorteile in tieferen Zeitintervallen

Nun haben wir wieder verschiedene Möglichkeiten der Interpretation, wie die Kerze entstanden ist, ohne das Zeitfenster ändern zu müssen. Zudem ist dies unter Umständen auch mit höheren Kosten verbunden, da Intradaydaten nur bedingt kostenlos zur Verfügung stehen. In der ersten Variante steigt der Kurs zu Handelsbeginn an und fällt dann auf sein tief, um später wieder auf Eröffnungskurs zu steigen. Im 2. Fall fällt der Kurs zunächst, steigt auf Tageshoch und fällt wieder auf Eröffnungskurs, wie in Beispiel a zurück.

Andere Möglichkeiten bestehen, bis auf Unterflimmern der einzelnen Intervalle nicht. Dies bedeutet, das wir wissen, das eine Seitwärtsbewegung stattfand, denn egal, ob der Kurs vorher gefallen oder gestiegen ist. In beiden Fällen konnte es keine neuen Hochs/Tiefs (je nach Betrachtungsfall) geben.

Meist werden diese Kerzenmuster, Doji genannt, als Fortsetzungskerzen angesehen. Gibt es noch mehr Vorteile? Ein weiterer Vorteil der Kerzencharts sind die genaueren Trendlinien und Musterausbildungen als bei den Liniencharts. (Vgl. mit Lieniencharts) Da wir nun sofort sehen, wo die Tiefst-, bzw. Hochpunkte sind, können unter anderem Trendliniengenau und Stopps präziser gesetzt werden. Die Möglichkeit, des vorzeigen Positionsauflösens ist somit geringer als bei Liniencharts. (CJ)